Freundeskreis St. Ursula-Kirche Oberursel

Der Stadt und den Menschen ihr Wahrzeichen erhalten

Kirchturm St. Ursula - Die Hohe Wacht

Seit der Erbauung des Turmes bis1904 wohnte hier auf 31m Höhe immer eine Türmerfamilie Es war die höchste Wacht der Stadt. 168 Stufen sind der einfache Weg. 1978 wurde der Sockel der Wendeltreppe aufgebrochen. Seitdem beginnt die Treppe auf dem Kirchplatz.

Bis zur Spitze des Kreuzes ist der Turm 62 m hoch; er steht 224 m über NN. Das Erzbischöfliche Kreuz über der Kugel hat eine Höhe von 4,80 m. Die Wetterfahne ist 1,21 m hoch und 0,75 m breit. G. Caprano hat sie 1897 aus 3,5 mm starkem Kupferblech geschnitten. Die Kugel von 1771 mit Dokumenten ist 0,75 m hoch und 0,86 m breit von Jacob Jansen.

1898 wurde der Turmhelm, nach vorausgegangenem Brand, in seiner jetzigen Gestalt errichtet, auch die Uhr bekam in diesem Jahr ihren weithin sichtbaren Platz mit einem 1, 95 m großen Zifferblatt.

Die Jahreszahl 1479 an der Südwestecke sieht uns fremd an; die 4 in Form einer gespitzten Schlinge wird vertrauter, wenn sie nach rechts gedreht wird. Der 7 in Lambda-Form geht es auch so. Nach links auf den Fuß gestellt, sehen wir sie als uns bekannte 7.

Die Glockenkammer

Von den vier Glocken ist die Glocke Maria Frieden die jüngste. Sie wurde am 27. April 2018 bei Gebr. Rincker in Sinn gegossen, wiegt 2212 kg, hat einen Durchmesser von 1.564 mm und den Schlagton h⁰-4. Am 19. August 2018 wurde sie geweiht und am 22. August erstmals geläutet. Sie ersetzt die älteste Glocke, Maria Craft,

Die Christopherusglocke wurde 1986 bei Rincker in Sinn gegossen und wiegt 596 kg. Ihre Inschrift von Georg Hieronymi berichtet vom Stifter Pfarrer Erich Einig. Der Schlagton ist gis'.

Auf der Ursulaglocke hat sich Tilmann Schmidt aus Aßlar eingetragen, dazu das Jahr 1696. Die Glocke wiegt 1360 kg und hat den Schlagton e'. Sie war im Zweiten Weltkrieg zum Einschmelzen weggekommen. Nach dem Krieg wurde sie unversehrt entdeckt und zurückgeholt.

Dem heiligen Josef ist die 1954 bei Otto in Hemelingen gegossene Glocke geweiht. Auf ihr ist St. Josef auf einem Thronsessel sitzend, abgebildet. Sie hat den Schlagton ffis' und wiegt 864kg.

Die älteste Glocke wird Maria Craft (auch Krafft und Crafft) genannt. 1508 hat sie Georg Craft aus Mainz gegossen. Sie wiegt 2620 kg, hat einen Durchmesser von 1.568 mm und hat den Schlagton cis'+6. Durch Abnutzung entstanden Risse, die 1986 und 2011 geschweißt wurden. Nach erneuter Rissbildung wurde sie ab 2016 nicht mehr geläutet und lieferte bis zu ihrer endgültigen Stilllegung 2018 nur noch den Stundenschlag. Am 6. August 2018 wurde sie abgenommen und im hinteren Teil des Glockenturms am Boden aufgestellt.





Die Glocke Maria Craft

Glocke Maria Krafft 2007

Glocke Maria Craft Juni 2007. Foto: Michael Ruppel

„Als im Jahre 1645 die Stadt beinahe ganz in Asche gelegt wurde, und daher auch die Kirche und der Turm, soweit dieselben von Holz waren, ein Raub der Flammen geworden sind, fiel auch die große Glocke herunter, und man glaubte nun sicher, sie müsse durch den hohen Fall zersprungen sein; man dachte daher sie zu verhandeln. Dies schmerzte die Bürger, besonders nahmen es sich zwei sehr zu Herzen, Eckart und Widerholt, welche ihre schöne Glocke, die Zierde von Oberursel, und den Ruhm in der Nachbarschaft nicht so leichterdings wollten fahren lassen. Sie wollten daher nicht zugeben, dass man die Glocke verkaufe, man habe sie dann vorher untersucht, ob sie auch wirklich zersprungen sei. Ihre Einrede half aber nichts, es blieb bei dem schon wirklich geschlossenen Handel. Es machten sich daher jene zwei Bürger über die Stadtmauer, gingen geradewegs nach Königstein, wo damals das Oberamt seinen Sitz hatte, und erwirkten einen Befehl vom Oberamte, dass man die Glocke erst probieren solle, ehe man sie verkaufe. Man hing die Glocke ein wenig auf, um Ihren Schall zu untersuchen. Man schlug darauf, und siehe da ! Der helle Ton der Glocke verkündigte zur allgemeinen Freude der Bürgerschaft die Nichtbeschädigung der Glocke. Die schöne Glocke war also wieder für die Stadt gewonnen. Alle dankten mit Tränen im Auge den beiden Bürgern Eckart und Widerholt für ihre patriotische Bemühung.“ (Johannes Konrad Dahl 1792)

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