Freundeskreis St. Ursula-Kirche Oberursel

Der Stadt und den Menschen ihr Wahrzeichen erhalten

Kirchturm-Museum

  

Die Sammlung Sakraler Kunst aus Oberursel wurde 1981 in den ehemaligen Luftschutzräumen eröffnet, die im Zweiten Weltkrieg für die Bewohner der Altstadt eingerichtet worden sind.

Im ersten Raum wird die Verbundenheit von Oberursel mit der heiligen Ursula gezeigt. Die Stadt hat zwar ihren Namen vom Bach, doch die Heilige wird seit 1315 in der Stadt verehrt. Nach der Legende wurde Sankt Ursula mit ihrer Begleitung in Köln von Hunnen wegen ihres christlichen Glaubens mit Pfeilen erschossen. Das große Altarbild nach Peter Candid zeigt dramatisch den Tod der Heiligen. Die Vermehrung der Gruppe von elf auf elftausend entstand durch einen Lesefehler und die Zuweisung von Namen an falsche Reliquien. Rechts das kleine Modello, Vorzeichnung eines Altarbildes von Peter Hirsch, München, zeigt St. Ursulas schützende Hand über der Stadt. Auf der Schautafel gegenüber sind der Gebrauch von Bildern der heiligen Ursula im Leben der Oberurseler zu sehen. Neben dem dekorativen Kirchenmodell von 1898 von Heinrich Zweifel wird die Originalgröße der Wetterfahne mit St. Ursula gezeigt.

Über die Treppe, an einer Prozessionslaterne vorbei geht es in den zweiten Raum der Bilderwelt des katholischen Glaubens. Die jüngsten Arbeiten sind hier ein Heiliger Josef mit dem Jesukind auf der Hobelbank und der Gute Hirte von Johann Josef Beiz aus Frankfurt-Schwanheim.

Kirchturm-Museum die kleinen Vitrinen

Foto: Michael Ruppel

Die kleinen Vitrinen enthalten kleine Schätze. Beim kleinen Ostensorium mit Hl. Kreuzpartikel steht ein Hl. Wendelin, die Rubine im Fell des Lammes sind ein Symbol von Liebe und Zuneigung. Von den barocken Kelchen ist der medailliengeschmückte von Quirin Rotenberger aus Mainz. Die Heiligkeit der Eucharistie rechtfertigt die Kostbarkeit des Materials. Die beiden zierlichen Hohepriester Aaron und Melchisedech hat der Mainzer Hofbildhauer Franz Mathias Hirnle geschaffen.

Die hohe Kreuzigung kommt aus der Kreuzkapelle vom Alten Friedhof. Ihr Platz war dort einmal nicht mehr gesichert. Der nebenstehende Altar ist ein Werk der Volksfrömmigkeit. Er war von Arnold Kunz aus Oberursel für die Familie Kamper geschaffen und stand zur Fronleichnams-Prozession am Marktplatz. Ein unrestauriertes Altarbild zeigt die Kreuzabnahme Christie in einer seitenverkehrten Kopie nach Peter Paul Rubens. Von Adam Netz der Kleine Kreuzweg ist zur privaten Andacht geschaffen wie auch das Flügelretabel von 1513 mit Nürnberger Malerei des Wolf Traut. Bemerkenswert sind die Reliquienkissen und das kleine Bild der Kreuzigung in Perlstickerei.

Der dritte Raum hat eine gemischte Ausstattung. Im Treppenaufgang hängen das alte Turmkreuz von St. Ursula von 1660 und das Dachreiterkreuz der Kreuzkapelle, das 1770 ausgewechselt wurde. Von den Grabsteinen kommt der große vom Kirchhof. Er erinnert an den Schwiegersohn des Retters der Großen Glocke Hieronymus Eckart. Der kleine Grabstein ist auf dem Alten Friedhof wiedergefunden worden, und die große Platte hat der erste Oberurseler Pfarrer unter dem Bischof von Limburg, Johann Baptist Roth, für seine Mutter errichtet. Am Treppengeländer liegen zwei ausgediente Glockenjoche und ein Schalldeckel alter Art aus Tannenholz, mit Blei beschlagen.

Im Museum eingefunden hat sich auch das Relief der Schmerzensmutter von Georg Hieronymi.

Die Vitrinen zeigen Gegenstände der Liturgie. Der Schwarze Ornat, Kasel, Stola, Manipel und Kelchvelum waren für Totenmessen und Karfreitag da. Dazu passt das schwarze Altarkreuz mit der Widmung des Ehepaars Camber (Kamper) 1712, die Versehganglaterne (zur Krankensalbung), und das Hostienkreuz.

Ein Bild der Liebe Gottes ist die Figur des Heiligen Herzens Jesu, aus dem vorigen Jahrhundert. Die Klapper in der mittleren Vitrine wurde im Gottesdienst des Karfreitags benutzt, der Klingelbeutel dagegen das ganze Jahr. Darüber hängen zwei Pluvialschilde (Teil eines Chormantels). Das hölzerne Apokalyptische Lamm darüber schmückte einmal den Tabernakel in der Kirche.

Der Gelbe Ornat aus französischer Seide um 1750 ist barock beschwingt. Dazu passen die Altartafeln in versilberten Rahmen. Die Texte sind kolorierte Kupferstiche der Brüder Klauber aus Augsburg. Das Altarmodell ist ein fast geglückter Nachbau des Hochaltars der Kirche von Adam Netz. Die besten Fundstücke der Archäologischen Grabung von 1979 zeigen die beiden Vitrinen, unter anderem die ältesten Fliesen von 1150.

Den Schlusspunkt setzt die Figur des „Flennels"- Die dazu erfundene Geschichte treibt seltsame Blüten. Er ist gar kein Ritter, nur ein Narr !

Machen Sie mit uns einen Foto-Rungang durch das Turmmuseum.